Die Lange Nacht des eBookCamps

Ende Februar war eine gute Zeit für Münchner E-Book-Fans, die Lange Nacht des eBooks und das eBookCamp fanden in ihrer jeweils zweiten Auflage statt. Bei beiden Veranstaltungen habe ich mitorganisiert und mitmoderiert, aus dieser Sicht ein paar Gedanken dazu.

Die Lange Nacht des eBooks

Spaß hat sie gemacht, die lange Nacht und die Teilnehmer waren happy – zumindest habe ich weder unglückliche Gesichter gesehen, noch von welchen gehört. Dennoch erlaube ich mir an dieser Stelle ein paar (selbst)kritische Worte:

Das Ziel der Langen Nacht des eBooks war es, möglichst viele Leser zu erreichen und die Vielfalt dessen zu zeigen, was digitale Bücher heute ausmacht und darüber zu diskutieren, wie die Zukunft des Lesens wohl aussehen wird. Dieses Ziel haben wir nicht erreicht. Lediglich drei der sieben Veranstaltungen waren so richtig gut besucht, da ist also Luft nach oben. Aber immerhin, wie ich hörte, war die Nacht für so einige wiiiiirklich lang :-)

Letztes Jahr fanden alle Veranstaltungen parallel statt und die Teilnehmer fanden es schade, dass sie nur eine davon besuchen konnten. Diesmal gab es zwei Zeitslots, um genau das zu ermöglichen – mit dem Effekt, dass der frühe 17:00-Slot weitgehend ins Leere lief und die Besucher dann doch nur zu den späteren Veranstaltungen ab 18:30 wanderten. Naja, wir haben’s wenigstens versucht, ne?

Auch an die Leser sind wir nur sehr bedingt heran gekommen, die Besucher rekrutierten sich dann doch weitgehend aus der eigenen Branche. Das ist nichts Schlimmes, ganz im Gegenteil, als Buchdigitalo finde ich es großartig, dass schließlich doch insgesamt etwa 300 Kolleginnen und Kollegen ihren Freitagabend dem Thema E-Book geopfert haben. (Und Hansers Superstar Jo Lendle hat auf Verlagis offenbar magnetische Eigenschaften, pfff. Aber na gut, ich hätte ihn auch gerne gesehen, ich geb’s ja zu…)

Was lernen wir daraus fürs nächste Jahr? Ich glaube, wir haben zwei branchenübliche Fehler gemacht:

1. Wir haben zu wenig vom Kunden her gedacht, 17:00 war einfach zu früh. Der brave bayerische E-Book-Leser ist da offensichtlich noch mit Arbeiten oder Einkaufen beschäftigt. Hätte man drauf kommen können.

2. Wir haben alle zusammen tollen Content generiert, aber bei der Vermarktung geschwächelt. So sehr sich das Mediennetzwerk Bayern als Sponsor medial gestreckt hat, an die angepeilte Zielgruppe sind wir nicht heran gekommen.

Der Beweis: Bei uns gab’s – thematisch zur Lesung von „Der Gin des Lebens“ passend – leckeren Gin Tonic. Das stand nur nirgends. Und ein Gin Tonic um 17:00 ist halt auch nicht jedermanns Sache. Na gut, dann müssen wir die Reste halt selbst austrinken…

Das eBookCamp

Wer das Gründerzentrum WERK1 in der Münchner Kultfabrik (formerly known as Kunstpark Ost) gefunden hatte, wurde von den mitveranstaltenden Kollegen des Börsenverein-Landesverbands Bayern begrüßt und sogleich mit einem ziemlich schlauen Namensschild ausgestattet, welches in aufgeklapptem Zustand auch gleich den Ablaufplan des Tages beinhaltete.

Was mir besonders aufgefallen ist, war die Pünktlichkeit der Teilnehmer. Die meisten waren so früh da, dass sie sich noch vor den Sessions in aller Ruhe mit Kaffee versorgen und den ersten Netzwerkaktivitäten widmen konnten. Und das an einem Samstag, Räspäkt!

Die Themenauswahl war nach den tollen Einreichungen alles andere als leicht, aber mehr als neun Sessions sind in einem 1-tägigen Barcamp mit drei Räumen einfach nicht sinnvoll unterzukriegen. Im Vergleich zum letzten Jahr haben die Themen Vertrieb und Marketing die Technik überholt, passend zur Entwicklung in den Verlagen und auch passend zur neuen Aufgabenstellung der peergroup E-Books im AKEP.

Auf die einzelnen Sessions einzugehen wäre an dieser Stelle zu viel, deswegen hier nochmals der Link auf die Session-Beschreibungen auf der Camp-Homepage, dort gibt es auch einige der Präsentationen zum Nacherleben und Neidisch-werden.

Mein Fazit: Die Stimmung war ausgezeichnet, die Sessions und ihre Leiter spitze, die Social-Media-Timelines mit #ebookcamp-Tags voll, die Location gut gewählt und das Feedback teilweise so erfreulich, dass ich rote Ohren bekommen habe. Irgendwas scheinen wir also richtig gemacht zu haben. Wem im Nachhinein noch Ideen und Verbesserungsvorschläge einfallen, bitte immer her damit an pschmidmeil@gmx.de.

Dringend verweisen möchte ich auf die nächste Ausgabe des eBookCamps Hamburg Anfang November – die Kollegen im Norden wissen wie’s geht, schließlich haben sie das eBookCamp erfunden!

Ein Gedanke zu „Die Lange Nacht des eBookCamps“

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