Geschichten aus 1.001 E-Book

Der Auftrag

Es begann mit einem Anruf. Kurz nach einem Seminarauftritt zum Thema E-Book-Workflow beim mediacampus in Frankfurt im Sommer klingelte mein Telefon. Die Anfrage: Ob ich nicht Lust hätte, genau dieses Seminar im November noch einmal zu halten, diesmal allerdings unter etwas anderen Rahmenbedingungen: Auf Englisch. Simultan übersetzt. Vor arabischen Verlegern. In Amman, Jordanien. Veranstaltet von der Buchmesse Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut vor Ort.

Namensschild

Nachdem mein Unterkiefer seine vor Erstaunen kurzfristig aufgegebene natürliche Position wieder eingenommen hatte, lachte die Abenteuerlust den aufkommenden Davonlauf-Reflex kurz aber nachhaltig aus und ich sagte zu. Glücklicherweise war ich nicht allein – geteilte Vorfreude ist doppelte Vorfreude. Zwar konnte Frauke Prayon von bookwire, mit der ich das mediacampus-Seminar gehalten hatte, leider nicht mitkommen, aber ihr Chef Jens Klingelhöfer sprang für sie in die Bresche.

Die Anreise

Nach ein paar Wochen Vorbereitung mit englischsprachigen PowerPoint-Orgien, Abstimmungen und Recherchen über den arabischen Buch- und E-Book-Markt war es dann Mitte November soweit. Jens und meinereiner bestiegen in Frankfurt den Flieger Richtung Queen Alia International Airport Amman. Auf den vier Stunden Flug in einer halbleeren Maschine war sogar ein klitzekleines Mützchen an Schlaf drin – zumindest für mich, Jens war in die Untiefen seiner E-Mails abgetaucht.

Schon vor der Ankunft wurde die erste Besonderheit dieser Reise deutlich, denn es gab ein wenig Verwirrung um den Zeitunterschied zwischen Jordanien und Deutschland. Normalerweise beträgt er eine Stunde, aber diesen Winter sind es zwei. Warum? Der jordanische König hatte keinen Bock auf Winterzeit. Auch ne Ansage.

Mitten in der Nacht kamen wir an, kauften für 20 Jordanische Dinar (Abk. JD, etwas mehr wert als der Euro) unser Visum, wurden von einem Fahrer abgeholt und landeten ca. 15 Minuten später in der ersten Polizeikontrolle. Die dauerte allerdings nur eine halbe Minute, denn die Auskunft, dass wir deutsche Fahrgäste seien, schien der Maschinenpistole mit dem Polizisten dahinter zu genügen, um uns weiterfahren zu lassen. Schön, einen guten Ruf zu haben.

Nach etwa 30 Minuten Fahrt erreichten wir unsere Unterkunft und gleichzeitig den Veranstaltungsort des Workshops, das Landmark Amman Hotel.

Landmark

Mitten in der Stadt gelegen, fünf Sterne, durchaus gediegen. Die Sicherheitsvorkehrungen vor dem Eingang erinnerten allerdings daran, dass dieses Hotel einmal Radisson heiß und vor fast genau acht Jahren Ziel eines Al-Qaida-Terroranschlags war. Die heutige Sicherheitslage in Jordanien ist allerdings unbedenklich, so zumindest mein Eindruck. Polizei- und Militärpräsenz sind hoch, aber die Stimmung ist entspannt, das Land bezeichnet sich zurecht gerne als die „Schweiz Arabiens“.

Ausflug nach Petra

Nach ganzen drei Stunden Schlaf begann der eintägige private Teil der Reise, ein Ausflug in die Felsenstadt Petra, dem wohl berühmtesten Reiseziel Jordaniens. Von Amman aus sind es drei Stunden Fahrt mit dem staatlichen JETT-Bus zu einer der wohl beeindruckendsten historischen Stätten der Welt.

JETT Bus nach Petra

Auf der Wanderung durch den Siq (eine etwa 1,5 km lange, enge Schlucht) verflog unsere Müdigkeit und spätestens der Anblick des berühmten Schatzhauses von Petra verschlug uns den Atem. Vor 2.000 Jahren lebten dort bis zu 40.000 Menschen in einer gleichermaßen gemauerten wie aus dem Fels gehauenen Stadt mit Theatern, Tempeln und florierendem Handel, bevor sie etwa 500 Jahre später nach einigen schweren Erdbeben verlassen wurde und verfiel. Nach einem Kreuzzügler-Intermezzo im 12. Jahrhundert wurde die Stadt erst 1812 für die westliche Welt wieder entdeckt und seit 1920 archäologisch bearbeitet und touristisch genutzt.

Petra Schatzhaus

Arabien und sein Buchmarkt

Vor den Eindrücken aus dem Workshop ein kurzer Blick auf Arabien als Markt für Bücher; zunächst aus sprachlicher, dann aus geografisch-politischer Sicht:
Etwa 250 Millionen Menschen sprechen Arabisch als Amtssprache, 380 Millionen als Mutter- oder Zweitsprache. Zum Vergleich: Es gibt weltweit knapp 100 Millionen deutsche Muttersprachler, dazu kommen etwa 80 Millionen Menschen, die sich Deutsch als Fremdsprache angetan haben. Wir Deutschsprachler sind also etwa halb so viele.

„Arabien“ ist kein Kontinent, kein geografisch oder politisch geschlossenes Gebilde, ja nicht einmal ein irgendwie geordneter Wirtschaftsraum. Es besteht aus etwa 23 Ländern, die in der Arabischen Liga vertreten sind. Der Iran und in der Türkei gehören nicht dazu, aber dort wird Arabisch als Minderheitensprache gesprochen. Von all diesen Menschen sind übrigens heute etwa 85 Millionen bereits online, in 5 Jahren werden es wohl 150 Millionen sein.

Also eigentlich ein richtig spannender Markt für Medien jeglicher Art, sollte man meinen. In der Theorie. In der Praxis gibt es Gründe, warum das alles nicht so einfach ist. Wir EU-Bewohner sind es gewohnt, alles und jedes in Europa günstig und unkompliziert bestellen oder verschicken zu können. Nicht so in Arabien. Dort gibt es Zölle, Ein- und Ausfuhrsteuern, lange Lieferzeiten und staatliche Zensur – all das ist in jedem Land verschieden. So kann es sein, dass der Verkauf eines Buches in einem Nachbarland aufgrund dieser für uns mittlerweile fast schon archaisch anmutenden Maßnahmen wirtschaftlich sinnlos wird, da es zum doppelten Preis verkauft werden müsste als im Ursprungsland, um die Zusatzkosten zu decken.

Es gibt auch kein länderübergreifendes Distributionssystem, welches sich dieser Probleme annehmen würde, nach so etwas wie unseren Barsortimentern würde sich die arabische Welt die Finger lecken. Die Antwort darauf sind die Buchmessen, die eine nach der anderen in den verschiedenen arabischen Ländern stattfinden. Die Verleger haben dort ihr halbes Lager dabei und verkaufen ihre Waren direkt vor Ort an die lokalen Buchhändler. Und so zieht die Buchkarawane Jahr für Jahr durch Arabien – auch eine Methode.

Das E-Book als Heilsbringer?

Mit diesem Hintergrundwissen beginnt man, dass starke Interesse an dem Thema E-Book zu verstehen. Im Internet spielen die meisten der oben genannten Hindernisse kaum eine Rolle, man hofft also, eine deutlich breitere Leserschaft zu erreichen als es mit den physischen Produkten unter den geschilderten Bedingungen möglich ist. Aber ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht.

Ein großes Problem ist immer noch die arabische Schrift. Zwar ist das arabische Alphabet im Unicode enthalten, doch gibt es noch keine vernünftige Umsetzung in arabischer Schrift verfasster EPUBs, selbst Apples iBooks versagt hierbei (noch). Ergo programmieren die arabischen E-Book-Kollegen eigene Reader-Apps für iOS und Android, die all die Besonder- und Gemeinheiten ihrer Schrift vernünftig darstellen und sind somit Apple, amazon und Google einen Schritt voraus.

Auch die staatliche Zensur macht die Online-Marktplätze bei der inner-arabischen Vermarktung schwierig. Was in einem Land völlig unproblematisch zu verkaufen ist, gilt im Nachbarland eventuell als tabu. Und mit etwas Pech werden dann nicht nur einzelne Bücher auf den Online-Shops geblockt, sondern gleich die komplette Website.

Ach ja, einen Unterschied zur westlichen E-Book-Welt darf man nicht vergessen. Da es dort weder amazon noch Kobo noch Tolino gibt, existieren keine E-Ink-Reader in Arabien, als Lesegeräte kommen dort Tablets und Smartphones zum Einsatz. In den reichen Golfstaaten ist Apple mit iPad und iPhone gut vertreten, aber Samsung ist mit seiner Galaxy-Serie absolut auf Augenhöhe – ich habe noch nirgends so viel Samsung-Werbung gesehen wie in Amman. Und von wegen, Arabien sei irgendwie rückständig! Mit meinem drei Jahre alten HTC Desire HD habe ich höchstens mitleidige Blicke geerntet, jeder Falafel-Verkäufer an der Ecke war da moderner ausgestattet…

Der Workshop

Am nächsten Tag begannen die Vorbereitungen für unseren Workshop: Aufbau der Technik, Herrichten des (leicht überdimensionierten) Seminarraums, letzter Schliff an den Präsentationen und ein erstes Eingrooven mit unseren beiden arabischen Co-Referenten Bilal Zahra und Jordanien und Salat Chebaro aus dem Libanon. Bilal Zahra betreibt mit einem Partner die arabische E-Bool-Plattform eKtab (http://www.ektab.com/) und leistet in Jordanien echte Pionierarbeit für digitale Buchprodukte. Salat Chebaro gehört einer libanesischen Verlegerfamilie an, deren Online- und E-Book-Aktivitäten er leitet (http://www.neelwafurat.com). Ohne den Input der beiden hätten die Workshop-Teilnehmer sicher nicht ganz so viel mit nach Hause genommen, denn ihre lokalen Kenntnisse und Erfahrungen waren wertvolle Ergänzungen. Danke, Jungs!

Bilal und Salah

Tja, und dann ging es los. Vor Jens und mir saßen im Durchschnitt etwa 25 Verleger und Verlegerinnen aus Jordanien, dem Libanon, Ägypten, dem Irak, Algerien, Saudi-Arabien und vor allem Syrien. Von der top-gestylten und hochintelligenten Kinderbuchverlegerin aus Jordanien über den Chef der syrischen ISBN-Agentur, einen Professor der Universität in Bagdad bis hin zum Koran-Kommentar verlegenden Scheich war alles dabei.

Ich will euch nicht lange mit den Inhalten des Workshops behelligen, die Reaktionen und Sorgen der Teilnehmer dazu sind viel interessanter.

Tag 1

Jens gab einen Überblick über den globalen E-Book-Markt und einen kurzen Ausblick, was die nähere Zukunft wohl so bringen wird. Die Reaktion des Publikums: verhalten und höflich zurückhaltend.

Die Workshop Teilnehmer

Danach stellte ich ein paar Geschäftsmodelle für digitale Produkte vor. Also Pay-per-download, Abo- bzw. Lending-Modelle und digitale Services aller Art. Die Reaktion: Es wurde etwas lauter gemurmelt, die ersten Fragen tauchten auf, die Gehirnwindungen kamen in Schwung und es fiel erstmals das Wort „Piraterie“.

Weiter ging es mit meinem Leib- und Magenthema E-Book-Produktentwicklung und -Workflow. Hier wurde am steigenden Diskussionsbedarf schnell deutlich, dass eigenständige digitale Produkte in den Gedanken nur eine geringe Rolle spielten, sondern man das E-Book in erster Linie als Zweitverwertung von Print-Content sah – mit all seinen Gefahren wie Kannibalisierung, Piraterie, Preisverfall usw. Das hat mich sehr an Diskussionen in Deutschland erinnert. So in etwa vor zwei Jahren. Oder sechs Monaten. Und vermutlich auch wieder in 2014.

Am Abend hatte ich mein Hauptpensum des Workshops erledigt und war ganz schön fertig. O-Ton Jens Klingelhöfer: „Du siehst so aus, als solltest du erstmal fünf Minuten die Wand anstarren.“ Vor Zuhörern aus einem fremden Kulturkreis simultan gedolmetscht auf Englisch zu sprechen, haut beim ersten Mal ganz schön rein!

Für das perfekte Ende dieses Tages sorgten unsere beiden Co-Referenten. Bilal entführte uns in ein Einheimischen-Restaurant in der Altstadt von Amman – was soll ich sagen, es war ein Fest der Gaumenfreude!

 Tag 2

Mittlerweile hatten die Teilnehmer Vertrauen zu uns gefasst und tauten auf. Nach einem kleinen Teamwork zur Umsetzung der Inhalte des Vortages übernahm Jens das inhaltliche Ruder und präsentierte Vermarktungsstrategien für digitale Produkte, gefolgt von einem weiteren Teamwork.

Hier nahm das Publikum richtig Fahrt auf. All die oben bereits geschilderten Probleme und Hoffnungen bei Vermarktung und Vertrieb von Büchern kamen auf den Tisch und wurden bisweilen heiß diskutiert – unsere Co-Referenten waren ebenfalls in vollem Einsatz. Hier wurde sehr deutlich, dass diese Veranstaltung nicht nur dem Informationsgewinn, sondern zunehmend auch dem Informationsaustausch diente. Den letzten Programmpunkt des Tages mussten wir schließlich auf den Folgetag verlegen, es wäre einfach zu schade gewesen, die vielen fruchtbaren Diskussionen abzubrechen.

Abends war dann Jens mit einer Runde erholsamen Wand-Anstarrens an der Reihe, bevor es bei einem kleinen aber feinen Empfang im Goethe-Institut von Amman weiter ging. Unsere Organisations-Queen Iris Klose von der Frankfurter Buchmesse war sich nicht ganz sicher, wie viele der Workshopper auch wirklich kommen würden, aber letztendlich war die Bude richtig voll, wie man hier deutlich sieht.

Empfang Goethe-Institut

Zu guter Letzt verfrachteten uns Bilal und sein Partner in ein Taxi und wir landeten in einem literarischen Shisha-Cafe in der Altstadt. Versorgt mit Tee, frischen Früchten und einer leckeren Shisha verbrachten wir mit etwa zehn Workshop-Teilnehmern einen langen, entspannenden Abend mit vielen guten Gesprächen.

Shisha Bar

Tag 3

Am dritten Tag war der Workshop bis mittags geplant, damit im Anschluss alle Teilnehmer wieder rechtzeitig nach Hause reisen konnten. Jens quälte die Zuhörerschaft mit der Bedeutung von Metadaten, ONIX, digitaler Auslieferung und Qualitätsmanagement – schwere, aber wichtige Kost am Morgen.

Nach der vom Scheich vehement eingeforderten Kaffeepause wurde es noch einmal laut, denn das Abschlussthema des Workshops war Recht. Verträge aller Art, DRM und das leidige Thema Piraterie gaben zu lautstarken Diskussionen Anlass, bei denen ein weiterer Unterschied zwischen der arabischen und der westlichen Welt deutlich wurde: Die Bedeutung und damit auch die rechtliche Stellung des geistigen Eigentums.

Klingelhöfer und Schmid-Meil in Action

Während bei uns die große Piraterie-Panik vorbei ist und man sich mental an manchen Ecken der Branche schon auf den Verzicht auf DRM einstellt, spielt die Sicherheit der Daten vor Missbrauch in Arabien eine entscheidende Rolle für die Weiterentwicklung des E-Book-Marktes.

Die Skeptischen unter uns sorgen sich um böse Teenager und arme Studenten, die sich teure Bücher auf illegalen Websites und auf Tauschbörsen besorgen (Seid doch froh, wenn die überhaupt mal was lesen!) und packen im Zweifelsfall die juristische Keule aus, die in der Regel zielsicher trifft. Und genau diese Keule funktioniert in Arabien nur selten oder es gibt sie gar nicht erst.

Mangelhafte Gesetze zum Schutz des Urheberrechts und fehlende Verfolgung von Verstößen haben eine Atmosphäre des Misstrauens geschaffen, die wie ein bleierner Nebel über der Buchszene liegt. Unter diesen Bedingungen schreibt schon mal ein Verlag vom andern ab, stets in dem Wissen, dass die Klauerei höchstwahrscheinlich ungestraft bleibt.

Ergo scheint der Vormarsch des EPUB-E-Books nur unter harten DRM-Bedingungen in weitgehend geschlossenen Systemen möglich, was über Reader-Apps auf iOS- und Android-Endgeräten kein großes Problem darstellt. Die Angst ist durchaus verständlich, durch geklaute PDFs haben schon viele Verleger eine Menge Geld verloren, die Printumsätze sind in der Folge bis zu 50% abgesackt. Ob dieser Zustand so bleiben muss, sobald sich der Markt entwickelt hat, wird die Zeit zeigen.

Wobei auch das Gegenteil eintreten kann, diese Anekdote eines jordanischen Wissenschafts-Verlegers kann ich euch einfach nicht vorenthalten:
Von einem seiner erfolgreichsten Bücher geriet ein PDF in Umlauf und wurde fleißig unter den Studenten, aber in den Lehrkörpern der jordanischen Universitäten verbreitet. Und so gelangte es auch in den Besitz eines der führenden Professoren des entsprechenden Fachgebiets, der das Buch ausgezeichnet fand und sogleich zur Pflichtlektüre für alle Studenten dieses Fachs in Jordanien erklärte. Als Printausgabe wohlgemerkt.

Die Bilder der kleinen, aber feinen Farm, die sich der Verleger mit dem Erlös der dadurch verkauften Bücher gekauft hat, waren ziemlich beeindruckend…

Der Abschluss

Zu guter Letzt gab es ein gemeinsames Mittagessen, jede Menge Gruppenfotos, viele Umarmungen, viel Freundlichkeit und Herzlichkeit. Jens und ich hatten es anscheinend geschafft, uns nach der kühlen Begrüßung in die Herzen der Zuhörer gequatscht zu haben – ein schönes Gefühl.

Lektionen

Eine Lektion mussten wir aber noch lernen, naja, eigentlich zwei.

Lektion 1: Der Islam

Der Scheich konnte uns nicht gehen lassen, ohne uns über die Vorzüge des islamischen Glaubens aufgeklärt zu haben. Also rief er uns an einem Tisch zusammen, winkte einen gut englisch-sprechenden Verleger aus Syrien als Übersetzer heran und erklärte uns in knapp sieben Minuten den Islam. Reife Leistung. Aber mindestens die Hälfte davon kannte ich schon und zwar aus der Bibel!

Da neben Jens und mir mit Iris Klose eine Frau mit am Tisch saß, hat er uns allerdings keine Jungfrauen im Himmelreich versprochen, sondern lieber eine riesengroße Perle und ein Haus aus Gold und Silber. Weichei! ;-)

Lektion 2: Die Gewalt ist nah

Einer der syrischen Teilnehmer berichtete uns, dass er für die normalerweise etwa zwei Stunden lange Autofahrt von Damaskus nach Amman 24 Stunden gebraucht hatte. Und dass er mitten durch Bürgerkriegsgebiet gefahren ist, nur um bei unserem Workshop dabei zu sein. Das lässt einen ziemlich nachdenklich werden und fühlt man plötzlich einen ziemlich dicken Kloß im Hals…

Als unser Mitreferent Salah Chebaro heim nach Beirut geflogen war, gab es dort einen Anschlag auf die irakische Botschaft. Solche Nachrichten hab ich schon hundertfach gelesen, gesehen und gehört. Aber sobald du jemanden aus dieser Stadt kennst und schätzt, horchst du ganz anders auf und machst dir Sorgen. Auf jeden Fall ist mein Respekt vor den Menschen deutlich gestiegen, die unter solchen Bedingungen leben, arbeiten und sich eine positive Einstellung zum Leben bewahren.

Ich hoffe, dass dieser Wahn- und Unsinn dort unten bald ein Ende hat!

Eine heilige Stätte

Unser Flieger Richtung Heimat ging erst in der Nacht, also waren noch ein paar Stündchen Zeit für private Aktivitäten. Während Jörg noch Freunde in Amman besuchte, fuhren Iris, eine algerische Verlegerin und ich zum Mount Nebo, bekannt aus dem biblischen Buch Deuteronomium:

Am gleichen Tage sprach der Herr zu Moses: „Steige auf das Gebirge Abarim hier, auf den Berg Nebo im Lande Moab, gegenüber von Jericho! Schau das Land Kanaan, das ich den Israeliten als Eigentum verleihen will! Sterben sollst du auf dem Berg, auf den du steigst, und dich zu deinen Stammesgenossen scharen, wie dein Bruder Aaron auf dem Berg Hor gestorben ist und zu seinen Stammesgenossen versammelt wurde!“

Geschaut haben wir auch, allerdings war es ziemlich dunstig, die Küste des Toten Meeres war mehr zu erahnen denn zu sehen. Beim Blick in Richtung Westbank und Israel erzählte unser Palästina-abstämmiger Taxisfahrer, dass er seine Schwester in seinem 50 km entfernten Heimatort nicht besuchen darf,  er könnte ja bleiben wollen, das würden sie israelischen Behörden nicht zulassen. Seine Schwester kann ihn in Jordanien aber problemlos besuchen, wenn sie in Jordanien bliebe wäre es ja wieder ein Palästinenser weniger im israelischen Hoheitsgebiet. Harte Geschichte.

Mount Neebo

Ein syrisches Hammam in Amman

Ein absoluter Höhepunkt erwartete Jens und mich noch am Abend. Unsere unermüdlichen Gastgeber Bilal und Hashem sammelten uns ein und fuhren mit uns, einem ägyptischen und einem syrischen Verleger in Ammans Altstadt und schleppten uns in ein Hammam. Also nicht so ein Wellness-Anfänger-Warmduscher-Teil wie es sie bei uns manchmal gibt, sondern ein richtiges, ausschließlich von Syrern betrieben.

Wir betraten also in einem Seitengang mitten in einer arabischen Landeshauptstadt zusammen mit arabischen Verlagskollegen ein völlig exotisch anmutendes (und völlig damenfreies) Badehaus, bekamen Tee und einen heißen Zitronensaft mit Zucker. Dann wurde die Einheitskleidung in Form eines verdammt eng gewickelten Handtuchs angelegt und es ging in Teamstärke kellerwärts in die Sauna. Danach kurz abgeduscht und weiter ins Dampfbad, gefolgt von einem heißen Whirlpool – alles in 1.001-Nacht-Optik, absolut großartig.

Doch all das hatte nur einen Zweck: unsere Haut auf ihre Befreiung von all dem vorzubereiten, was sich mit einem ordentlichen Schrubber-Handschuh entfernen lässt. Und dann lag ich also da auf einer Marmorbank und ein alter, freundlicher, unregelmäßig bezahnter Syrer schrubbte sich in die unteren Regionen meiner Haut voran, zeigte seine Ausbeute lachend seinen Kollegen und überließ mich mit einem tiefen Gefühl der Unzivilisiertheit seinem deutlich jüngeren und muskulöseren Kollegen, der sich nun der Entspannung der verkrampften Schreibtischtätermuskulatur widmete. Nach den ersten Schmerzen hätte ich das Ganze noch eine ganze Weile länger ausgehalten, aber ich habe den Verdacht, dass unsere Gastgeber bei den Hammam-Mitarbeitern für uns um Gnade beim Härtegrad der Behandlung ersucht hatten.

Danach wurde man kunstvoll in gefühlte zwölf Handtücher eingewickelt und sowohl blank gewienert als auch poliert zum Entspannen zurück in den Eingangsbereich geführt. Tee, Zigaretten, viele Fotos, viel Gelächter, so endete ein herrlicher und traumhaft schöner Abend. Im manchen Momenten kam mir das so surreal vor, dass ich mich am liebsten gekniffen hätte, um den Realitätsgrad zu überprüfen, aber spätestens der Schrubber-Handtuch machte das überflüssig…

Hier gibt es übrigens keine Fotos, darüber breiten wir das Handtuch des Schweigens ;-)

Fazit

Naja, eigentlich IST dieser Bericht bereits ein Fazit, wenngleich ein verdammt langes. Die Eindrücke waren mannigfaltig und intensiv, die Leute unglaublich herzlich und freundlich, sobald sie Vertrauen zu uns gefasst hatten. Was bleibt, ist mal wieder die Erkenntnis, dass es uns in Deutschland und Europa im Verhältnis verdammt gut geht – kein Krieg, wenige Wirtschafts-Barrieren, kaum spürbare Grenzen.

Davor tritt der ganze E-Book-Kram etwas in den Hintergrund, aber ich glaube, dass digitale Publikationen einige der Grenzen und Beschränkungen im Handel mit Information, Wissen, Religion und Kultur in Arabien überwinden können und die Verlage gut daran tun, ihre Contents und Angebote frühzeitig zu digitalisieren.

Ich sage vielen Dank an Judith Hoffmann vom mediacampus Frankfurt und Iris Klose von der Frankfurter Buchmesse for giving me this chance, an meine Chefs beim GRIN Verlag, dass ich diese Chance wahrnehmen konnte und ebenso an bookwire-Chef Jens Klingelhöfer, von dem ich jede Menge gelernt habe. Äh, und wo fahren wir das nächste Mal hin?

Medien-Stimmungsbild USA: Lesen ja – Bücher nein

Endlich mal wieder Urlaub – der leider gerade eben vorbei ist. Das Ziel war mal wieder die USA. Eine Woche mit lauter amerikanischen und kanadischen Touristen auf einer Kreuzfahrt nach Mexiko und eine Woche privat untergebracht in San Francisco.

Es heißt, die USA sind uns in Punkto Mediennutzung etwa zwei Jahre voraus. Tja, wenn das stimmt, dann werden sich Wälder freuen, denn papierbasierte Medien sind dort bereits schwer auf dem Rückzug. Und auch das Fernsehen darf sich warm anziehen, zumindest einige Zielgruppen haben es bereits komplett durch das Internet ersetzt.

Auf dem schicken Kreuzfahrtschiff konnte man ganz hervorragend beobachten, ob und wie die Menschen zu reinen Unterhaltungszwecken lesen. Und gelesen wurde viel! Allerdings in erster Linie per Reader und iPad. Ich wage zu behaupten, dass auf diesem 3000 Gäste fassenden Schiff mehr eBooks über den Pazifik geschippert sind als physische Bücher. Ach, das glauben Sie nicht? Sehen Sie selbst, hier ein typischer Schnappschuss:

lauter Reader, keine Bücher
Lauter Reader, keine Bücher

Im Übrigen alles ältere Herrschaften, keine Techies. Letztere waren allerdings auch an Bord, aber meistens im Schatten – deren iPads vertragen so wenig Sonne wie ihre Haut:

Juhu, ein Buch!
Juhu, ein Buch!

Der eBook-Nachschub war übrigens an Bord kein Problem, das Offshore-WLAN war zwar nicht besonders schnell und nicht ganz billig, aber für ein oder zwei eBook-Downloads ideal.

Passend dazu war die Buchladenlandschaft in San Francisco. Die großen Buchhandlungen, in denen ich mich noch vor zwei Jahren rumgetrieben habe waren allesamt nicht mehr da. Es gibt noch Buchläden, oja, aber ausschließlich kleine, wunderschöne und meist spezialisierte Geschäfte, dort wird das Gefühl, die Emotion Buch noch gepflegt und gelebt. Auch als Kunst-Installation lebt das Buch! Die Bücher fliegen über der Straße…

Fliegende, aber leere Bücher
Fliegende, aber leere Bücher

…die Worte sind allerdings auf die Straße gefallen:

Ansonsten sind Bücher in allen möglichen Läden vorhanden, so ungefähr mit dem gleichen Stellenwert wie Postkarten. Die hat man halt im Sortiment. Solange es noch Leute gibt, die sie kaufen und verschicken und nicht nur bei foursquare einchecken.

Tja, und das Fernsehen im Mega-TV-Land? Meine Bekannten dort sind durch die Bank Nerds und Geeks, zugegeben. Sie alle sind übrigens begeisterte Leser und lesen dank ihren Readern und iPads mehr als jemals zuvor – auch physische Bücher! Und sie haben Fernseher. Aber Kabel-, Antennen- oder sonstigen TV-Anschluß? Fehlanzeige!

Vorgefertigte und mit Werbung durchsetzte Programme von Fernsehanstalten sind schlicht und ergreifend unerwünscht. Die Lösung: Das Internet. Über Streaming-Angebote wie www.netflix.com stehen so gut wie alle Filme und Serien für – im Verhältnis zu deutschen Angeboten – wenig Geld allzeit zum Anschauen bereit. Und wer keinen onlinefähigen Fernseher aber eine Spielkonsole hat, nutzt halt den entsprechenden Wii-, PS3- oder XBOX360-Kanal.

Und ganz ehrlich? derlektor hat auch schon bei Netflix seine Adresse hinterlassen, in der Hoffnung, dass dieser Dienst auch bald in Deutschland zur Verfügung steht. Und er hat per freiem Flughafen-WLAN in San Francisco für den Rückflug zwei eBooks auf seinen Kindle geladen. So war noch Platz für zwei Mitbringsel mehr aus dem Land der bisweilen doch so begrenzten Möglichkeiten.

Ein Stimmungsbild aus dem Kernland der Wirtschaftskrise

Die Amis sind schuld. Na gut, so einfach ist es nicht. Wenn die Bänker dieser Welt nicht so gierig gewesen wären und sich an die Empfehlungen gehalten hätten, die sie uns Kleinanlegern regelmäßig vor die Nase halten, wäre es anders gekommen. Vielleicht.

Wie dem auch sei, die Kreditkrise hat ihren Ursprung im American Way of Life, dem Selbstverständnis, dass jedem hart arbeitenden amerikanischen Bürger zumindest ein Haus und ein Auto zusteht. Dabei ist es egal, ob er viel verdient oder wenig, wer die Kohle nicht flüssig hat, bekommt sie günstig als Kredit. Und da die Wenigverdiener überraschenderweise in der Mehrzahl sind, hat es irgendwann BUMM gemacht und die unzähligen supergünstigen Kredite sind geplatzt. Ade, neues Auto und schönes Haus.

Was merkt man davon in drei Wochen als USA-Tourist? Auf den ersten Blick nichts. Es gibt – zumindest in New York und Kalifornien – nicht mehr Obdachlose und erkennbare Armut als früher. Die Leute frönen nach wie vor dem Power-Shopping und die Angebote in den Läden sind üppig wie eh und je. Aber mit den ersten Highway-Kilometern und Fernsehstunden ändert sich das Bild.

Die Immobilienkrise ist omnipräsent. Vor fast jedem dritten Haus prangt das Schild „For Sale“. Und zwar egal, in welcher Lage. Das betrifft Stadtwohnungen und Vorstadthäuser genauso wie Villen in Carmel-by-the-sea, Mailbu und Berverly Hills. Recherchiert man im Netz und spricht mit Einheimischen wird der aktuelle Trend deutlich: Die Hauspreise fallen rapide und das Verhältnis zwischen Eigentums- und Mietwohnung verschiebt sich in Richtung Miete. Wer also jetzt gerade Geld hat, könnte da drüben einige richtige Schnäppchen machen.

Im Fernsehen bildet die Finanzkrise das Grundrauschen der Nachrichten, das von anderen Meldungen lediglich durchsetzt wird. Irgendwie hatte man den Eindruck, die Hiobsbotschaften zur gerade aufkommenden Schweinegrippe wären eine Art willkommene Abwechslung für die Moderatoren.  Nachrichtensendungen in den USA wirken im Moment irgendwo schizophren: Einerseits das gefallene Damoklesschwert der Finanzkrise und andererseits die anhaltene Euphorie über den neuen Präsidenten. Irgendwie sind sie alle stolz darauf, dass sie sich getraut haben, einen schwarzen Demokraten zu wählen.

Auch in der Werbung wird die Krise deutlich. So wirbt Automarke Saturn damit, dass plötzlich arbeitslos gewordene Neuwagenkäufer, die ihr Auto per Kredit finanzieren, ihren Wagen nicht sofort zurückgeben müssen, sondern neun Monate Zeit haben, die Finanzierung zu regeln (http://www.youtube.com/watch?v=P9F2CNDTNJ4). Das nennt Saturn „Total Confidence“. Tja, Saturn gehört zu GM. Mal sehen, was „völliges Vertrauen“ am Ende dieses Monats noch wert ist. Erinnert mich irgendwie an den FC Bayern und Jürgen Klinsmann.

In Großräumen wie San Francisco und New York scheint die Joblage noch einigermaßen unkritisch, irgendwo kommen die Leute unter. In geografisch isolierten Lagen wie Portland, Oregon sieht das schon anders aus. Wer dort seinen Job verliert, bekommt im direkten Umfeld nur schwer etwas Neues.

Irgendwie sind sie nicht mehr so selbstbewusst, die Amerikaner. 9/11 hat einen Schock ausgelöst, der noch lange nicht überwunden ist und das in ihrem Land begründete Finanzdebakel bringtden früher so stolz zur Schau gestellten Patriotismus ins Wanken. Und so wird ein schwarzer Präsident zum Symbol für die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Wie sagte mein Chef in einer Redaktionssitzung trocken auf den zitierten Wahlspruch Obamas „Yes, we can.“? „Abwarten.“

Fernsehen, Internet & Co: USA vs. Deutschland

Drei Wochen USA. In Motels, im Auto auf dem Highway, in einem Loft in San Francisco. Wie nutzen die Amerikaner ihre Medien, gibt es Unterschiede zu den Deutschen? Klare Antwort: Ja. Und das Internet ist klar auf dem Vormarsch.

Im Zentrum des Medienkonsums steht – wie bei uns – immer noch der Fernseher. Eine unüberblickbare Anzahl an Sendern mit – im Gegensatz zu uns – meist bescheidener Empfangsqualität. Im Vergleich zu USA-Besuchen vor einigen Jahren hat sich nicht viel geändert, lediglich die Anzahl der spanisch- und chinesisch-sprachigen Kanäle in Motels/Hotels hat sich merklich erhöht. Die Anzahl der erstklassigen Spielfilme ist selbst an einem normalen Wochentag größer als bei uns an Ostern und Weihnachten zusammen (siehe http://www.schmid-meil.de/fernsehen/2009/der-oster-fernseh-blues/). Und die viele Werbung nervt schlimmer als in Deutschland. Die Blöcke sind zwar deutlich kürzer, aber dafür viel zahlreicher. Und: moderne TV-Geräte sind teurer als hierzulande. Deutlich teurer.

Wer im Auto unterwegs ist, hört Radio. Hier ist man mit den gleichen Problemen konfrontiert wie beim Fernsehen: Jede Menge Sender und mieser Empfang sobald man eine Stadt verlässt. Dazu reichlich Werbung. Auffällig sind die vielen christlichen Programme, die aber nicht nur irgendwelche Predigten und Gottesdienste übertragen, sondern ihre Botschaft mit knackigem Rock oder – in Kalifornien – Country zu verbreiten suchen.

Das letzte Mal war derlektor 2002 in den Staaten. Und er hat seine Motel-Auswahl nicht zuletzt nach dem Schild HBO available getroffen, das ein vernünftiges Fernsehprogramm versprach. Und heute? Free Internet war das Zauberwort und es war fast bei jeder Absteige zu lesen. Das Internet ist jenseits des großen Teichs noch stärker auf dem Vormarsch als hierzulande. In den Städten ist es vor allem in mobiler Form vertreten, die Dichte von iPhones und Blackberrys ist extrem hoch und die beiden Marken dominieren den Handymarkt deutlich. Mobiles Internet ist weitgehend flächendeckend vorhanden. Selbst mitten in der Mojavewüste war es möglich,  Twittereinträge zu schreiben, siehe http://twitter.com/derlektor.

Und das Kino? Zwei Filme haben wir uns angesehen, Monster vs. Aliens und X-Men Origins – Wolverine. Ersterer lief schon ein paar Wochen, in dem IMAX-Theater in Palm Springs saßen in der Abendvorstellung insgesamt vielleicht 10 Leute – höchstens. Allerdings ist ein Kinderfilm in einer Rentnerstadt vielleicht auch ein wenig schwierig zu vermitteln. Wolverine war gerade angelaufen, dennoch war der Kinosaal in der Geekstadt San Francisco lediglich zu vielleicht 80% belegt. Das Kino scheint selbst im Lande Hollywoods seine Probleme zu haben.

Fehlt noch was? Ach ja, die Zeitung. Selbst in der New Yorker U-Bahn war kaum jemand mit einer aufgeschlagenen Gazette zu sehen. Und amazon hat währenddessen seinen Zeitungs-Kindle vorgestellt, siehe http://www.golem.de/0905/66936.html.

Bücher hingegen haben weiter ihren Platz. Die Buchhandlungen waren üppig sortiert und zumindest nicht schlecht besucht. Im Nahverkehr und im Flugzeug ist das Buch neben dem MP3-Player das Medium Nummer 1.

Das Fazit ist somit nicht überraschend: Die traditionellen Medien verlieren gegenüber dem Internet, hier ist die Entwicklung in den USA weiter als in Deutschland. Das Handy wird intensiver genutzt als hier, zum Telefonieren und für Online-Dienste aller Art. Zeitungen und Zeitschriften verschwinden allmählich aus dem Tagesbild, mögen sie in Frieden ruhen.