Fernsehen, Internet & Co: USA vs. Deutschland

Drei Wochen USA. In Motels, im Auto auf dem Highway, in einem Loft in San Francisco. Wie nutzen die Amerikaner ihre Medien, gibt es Unterschiede zu den Deutschen? Klare Antwort: Ja. Und das Internet ist klar auf dem Vormarsch.

Im Zentrum des Medienkonsums steht – wie bei uns – immer noch der Fernseher. Eine unüberblickbare Anzahl an Sendern mit – im Gegensatz zu uns – meist bescheidener Empfangsqualität. Im Vergleich zu USA-Besuchen vor einigen Jahren hat sich nicht viel geändert, lediglich die Anzahl der spanisch- und chinesisch-sprachigen Kanäle in Motels/Hotels hat sich merklich erhöht. Die Anzahl der erstklassigen Spielfilme ist selbst an einem normalen Wochentag größer als bei uns an Ostern und Weihnachten zusammen (siehe http://www.schmid-meil.de/fernsehen/2009/der-oster-fernseh-blues/). Und die viele Werbung nervt schlimmer als in Deutschland. Die Blöcke sind zwar deutlich kürzer, aber dafür viel zahlreicher. Und: moderne TV-Geräte sind teurer als hierzulande. Deutlich teurer.

Wer im Auto unterwegs ist, hört Radio. Hier ist man mit den gleichen Problemen konfrontiert wie beim Fernsehen: Jede Menge Sender und mieser Empfang sobald man eine Stadt verlässt. Dazu reichlich Werbung. Auffällig sind die vielen christlichen Programme, die aber nicht nur irgendwelche Predigten und Gottesdienste übertragen, sondern ihre Botschaft mit knackigem Rock oder – in Kalifornien – Country zu verbreiten suchen.

Das letzte Mal war derlektor 2002 in den Staaten. Und er hat seine Motel-Auswahl nicht zuletzt nach dem Schild HBO available getroffen, das ein vernünftiges Fernsehprogramm versprach. Und heute? Free Internet war das Zauberwort und es war fast bei jeder Absteige zu lesen. Das Internet ist jenseits des großen Teichs noch stärker auf dem Vormarsch als hierzulande. In den Städten ist es vor allem in mobiler Form vertreten, die Dichte von iPhones und Blackberrys ist extrem hoch und die beiden Marken dominieren den Handymarkt deutlich. Mobiles Internet ist weitgehend flächendeckend vorhanden. Selbst mitten in der Mojavewüste war es möglich,  Twittereinträge zu schreiben, siehe http://twitter.com/derlektor.

Und das Kino? Zwei Filme haben wir uns angesehen, Monster vs. Aliens und X-Men Origins – Wolverine. Ersterer lief schon ein paar Wochen, in dem IMAX-Theater in Palm Springs saßen in der Abendvorstellung insgesamt vielleicht 10 Leute – höchstens. Allerdings ist ein Kinderfilm in einer Rentnerstadt vielleicht auch ein wenig schwierig zu vermitteln. Wolverine war gerade angelaufen, dennoch war der Kinosaal in der Geekstadt San Francisco lediglich zu vielleicht 80% belegt. Das Kino scheint selbst im Lande Hollywoods seine Probleme zu haben.

Fehlt noch was? Ach ja, die Zeitung. Selbst in der New Yorker U-Bahn war kaum jemand mit einer aufgeschlagenen Gazette zu sehen. Und amazon hat währenddessen seinen Zeitungs-Kindle vorgestellt, siehe http://www.golem.de/0905/66936.html.

Bücher hingegen haben weiter ihren Platz. Die Buchhandlungen waren üppig sortiert und zumindest nicht schlecht besucht. Im Nahverkehr und im Flugzeug ist das Buch neben dem MP3-Player das Medium Nummer 1.

Das Fazit ist somit nicht überraschend: Die traditionellen Medien verlieren gegenüber dem Internet, hier ist die Entwicklung in den USA weiter als in Deutschland. Das Handy wird intensiver genutzt als hier, zum Telefonieren und für Online-Dienste aller Art. Zeitungen und Zeitschriften verschwinden allmählich aus dem Tagesbild, mögen sie in Frieden ruhen.

Ahnungslos im Internet

Im Internet steht angeblich alles und das auch noch kostenlos. Das ich nicht lache. Angeblich gibt es mittlerweile sogar Professoren, die ihren Studenten empfehlen, bei Wikipedia nachzuschauen, anstatt sich stundenlang durch Zeitschriftenjahrgänge in der Bibliothek zu wühlen.

Zugegeben, das klingt ja durchaus verlockend. Und für grundlegende Infos reicht Wikipedia auch völlig aus, aber die Seite leidet an der gleichen Krankheit wie alle Seiten im Netz: Die Inhalte sind nur so gut wie die Verfasser. Und nur so lange aktuell, wie sich jemand dafür interessiert und um die Einträge kümmert. Für jemanden, der ernsthaft wissenschaftlich arbeitet, also definitiv nicht ausreichend – das kann peinlich in der Prüfung werden.

Mit Webseiten ist es wie mit dem Weltraum-Müll: Da oben treiben jede Menge Trümmer von alten und kaputten Satelliten herum und gefährden die im Vergleich wenigen funktionierenden Geräte. Im Netz gibt es mittlerweile so viel Infomüll in Form ungepflegter Seiten und – noch gefährlicher – ungepflegter Einträge in ansonsten aktuellen Seiten, dass niemand mehr den Überblick behalten kann. Daraus folgt: Wirklich vertrauenswürdige Seiten sind selten und häufig nicht von Dauer.

Wie geht es Ihnen mit Bookmarks? Früher hat man noch mit dicken Bookmark-Ordnern geprahlt und damit gezeigt, dass man der Informationsflut Herr geworden und jede Info nur einen Mausklick entfernt ist. Bis es irgendwann so viele waren, dass man sich in den Tiefen der eigenen Lesezeichen-Struktur verlor und die Hälfte der Seiten ohnehin nicht mehr aktuell war.

Der Lektor hat heute im Schnitt 2-3 Browser auf jedem Rechner und je nach Einsatzzweck von Firefox, Safari und Opera überall ein paar Lesezeichen. Er nutzt das Internet jeden Tag im Schnitt 10 Stunden und auf wie vielen Seiten surft er durch die Gegend? Etwa 20 bis 30 pro Tag. Und auf wie vielen verweilt er länger als 10 Sekunden? Vielleicht 5. Also etwa genauso vielen, wie er früher Zeitschriftenabos hatte. Und die paar kann er sich merken.

A propos Perlen im Infomüll: Habe ich schon von unserem tollen World of Warcraft-Buch erzählt? Heute erhielt der Lektor von einem engagierten Spieler ein Exposé für ein WoW-Wörterbuch, das den MMORPG-Slang und die WoW-typischen Begriffe für Einsteiger verständlich machen wollte. Nette Idee, der Autor in Spe hatte sich viele Gedanken gemacht, aber anscheinend kannte er die Blizzard-eigenen Webseiten und Foren nicht. Unter http://forums.wow-europe.com/thread.html?topicId=16042168&sid=3 findet man 14 Seiten ausführliches Lexikon, vom Hersteller selbst betrieben und stets aktualisiert. Manchmal ist das Internet dann doch die vertrauenswürdigste Informationsquelle. Zumindest solange der Hersteller sein Produkt unterstützt.

Sie suchen nach einem Fazit? Das kann Der Lektor hier nicht liefern. Stattdessen vielleicht einen Rat: Glauben Sie nicht alles, was Sie im lesen – vor allem nicht im Internet. Schalten Sie Ihren gesunden Menschenverstand ein, prüfen Sie das Datum der Information bzw. der letzten Aktualisierung und googeln Sie manchmal nach markanten Textabschnitten. Sie werden staunen, wie oft Sie die Texte mehrfach finden. Manchmal ist dann auch die Originalquelle dabei. Und die ist – zumindest häufig – auch aktuell.

Und ewig lockt der Update-Button…

Updaten in WordPress ist enorm komfortabel: Sobald eine neue Version von WP bereit steht, erscheint eine Schaltfläche, man klickt drauf, hält kurz die Luft an, macht nach 10 Sekunden die zugekniffenen Augen wieder auf, und – es hat geklappt. Na gut, es war ein 0.0.1-Update, aber immerhin, Respekt.

Aber der Bequemlichkeit nicht genug. Hat man Plugins installiert, erscheint neben dem WP-Menüpunkt “Plugins” ein roter Kreis mit der Zahl der updatefähigen Zusatztools. Die Aktualisierung verläuft genauso unspektakulär einfach wie bei WordPress selbst: Ein Klick, automatischer Upload der Daten inkl. Reanimation des Plugins und fertig. Bekommt man eine ältere WP-Installation vor die admin-Flinte kann man da schon ne Weile beschäftigt sein. Und bislang auch hier, keine Probleme. Die Jungs, die das pflegen, sind verdammt ordentlich.

Und wie läuft das bei Themes? Anscheinend nicht so einfach, da gibt’s keinen Update-Button, nur einen Hinweis auf eine neue Version. Kein Wunder,  in den Themes schraubt man am meisten herum und ein unüberlegtes Update bügelt vermutlich alle Anpassungen auf einen Schlag wieder weg.

Da wird Der Lektor vorsichtig und lässt es erstmal bleiben. Immerhin hat er erst vor wenigen Minuten herausgefunden, wie die Beitragsüberschriften “entkapitalisiert” in einer CSS-Datei werden konnten. Und das soll so bleiben.

Website-Bilder: Entweder war es früher einfacher oder ich bin doof

Die Frage in der Überschrift ist ehrlich gemeint und nicht rhetorisch! Klar: In WordPress gibt es eine eigene Multimedia-Datenbank. Schick. Und da lädt man seine Bilder, Filmchen usw. brav rein und kann sie dann Beiträgen zuweisen. Keine Redundanz, nette Bedienoberfläche, Metadateneingabe, alles prima.

Aber was, wenn ich einfach nur zwei Bilder neben- und nicht untereinander stellen will? Ich habe jetzt eine Stunde rumprobiert und dabei eigentlich nur die Wiederherstellen-Funktion von WordPress kennen- und schätzen gelernt.

Selbst die HTML-Bearbeitung hilft nur schwerlich weiter. WordPress baut nicht einfach ein <img>-Tag ein (das waren noch Zeiten!), sondern ein nicht ganz unkompliziertes caption-Konstrukt, was zwar wunderbar die ganzen Metainformationen einbaut, aber im Code-Handling doch etwas sperrig ist. Außerdem kann es ja nicht die Lösung sein, das jedes Mal zu Fuß umzubauen.

Für Ratschläge ist Der Lektor dankbar.

Ohne HTML geht es doch nicht! Und warum das ganz gut so ist.

Meine letzte Website hatte ich vor gefühlten 723 Jahren noch per Texteditor mit HTML gebaut und mich dabei stundenlang mit Tabellen herumgeschlagen. Anders konnte man Inhalte ja nicht vernünftig positionieren! CSS war da schon ein Revolution: eine Datei geändert und schon die Optik der ganzen Website geändert. Klasse!

Jetzt, Jahre später, spiele ich ein bisschen mit WordPress rum und habe nach vier Stunden Gefrickel und zweieinhalb Bier eine dermaßen saubere Seite stehen, dass ich damit vor 10 Jahren vermutlich eine Aktiengesellschaft hätte gründen und teuer an irgendeinen irren Geldgeber verkaufen können.

Das ist effizient und praktisch, aber jetzt mal ganz ehrlich: Wo bleibt denn da der Sport? Früher warst du ein cooler Hecht, wenn du mit SelfHTML und dem passenden Buch von Franzis HTML sprechen gelernt und eine Website mit drei Frames hingestellt hast. Dann per Photoshop ein paar mehr oder weniger ansehnliche Buttons samt MouseOvers dazu gebaut und schon rollte der Rubel.

Und heute? Vermag da wirklich jeder Depp, der einen FTP-Client bedienen und bis drei zählen kann, eine tolle Website bauen? Hinstellen kann er sie schon, ja. Aber sobald er ein wenig vom vorgegebenen Standard abweicht, ist er ohne HTML & Co schnell am Ende.

Konkretes Beispiel: Gestern habe ich ein englisches WordPress-Theme installiert. Schaut super aus (finde ich), aber alle automatisch erzeugten Überschriften und Texte sind Englisch. Also ist Lokalisieren angesagt. So gilt es erst einmal herauszufinden, mit welchen PHP-Skripten welche Seitenbausteine erzeugt werden. Das gelingt ganz gut, wenn man sich den Quelltext der Seite anschaut und mit den im Darstellungseditor von WP aufgelisteten Skripten vergleicht.

Voraussetzung: Man versteht den Quelltext und kann die gesuchten Textstellen in den PHP-Skripten a) finden und b) umbauen, ohne die Seite zu zerschießen. Also: Ohne HTML-, CSS- und Skript-Know-how geht halt doch nicht wirklich viel. Gut so, so wird der Hecht von damals doch nicht zum altersgreisen Karpfen – auch wenn in dem Teich mehr los ist als früher.

Und wenn man grad am coden ist, sind Bücher immer noch die schnellsten Referenzen. Und das sind die beiden wichtigsten:

  1. Das HTML Handbuch von Stefan Münz
  2. PHP 5/MySQL 5 von Matthias und Caroline Kannengiesser
Das HTML-Handbuch

Das HTML-Handbuch

 

PHP 5 / MySQL 5

PHP 5 / MySQL 5