Von Comic-Helden, Zigarren und warum Warsteiner alles versaut hat

Kennt ihr den Film Hellboy? Ganz nette Comic-Verfilmung für den faulen Freitagabend. Kann man als Geek theoretisch nicht viel falsch machen. Läuft gerade im Fernsehen. Vielmehr lief, denn die Kiste ist aus. Warum? Wegen Warsteiner!

Die mystische Anfangsgeschichte des Films ist erzählt, der auf der Seite des guten agierende Protagonist aus der Dämonenwelt bereitet sich auf seinen ersten Einsatz vor. Er nähert sich seinem nicht minder dämonischen und natürlich viiiel größeren Gegner, schleudert ihm unerschrocken einen lässigen Spruch entgegen und… “Warsteiner, alles was ein Bier braucht.”

Ein übler Interruptus. Eigentlich ja nichts Neues, aber mit zunehmendem Alter nervt es mich offensichtlich immer mehr. Und daher halte ich es jetzt wie Hellboy. Ich rauche eine Zigarre und trinke was Leckeres – allerdings einen Wein und KEIN Bier. Und lese ein Buch!

E-Books per WordPress oder Joomla! und der Joomla!Day 2011

Wer Blogbeiträge oder andere Webtexte in das E-Book-Standardformat EPUB  überführen will, hat gute Karten – sofern er WordPress oder Joomla! einsetzt. Für beide Systeme gibts kostenlose Erweiterungen, die einen Export erlauben.

WordPress

Für WordPress gibt es gleich mehrere EPUB-Exporteure:

Die mit Abstand am meisten Downloads hat Anthologize, die Bewertungen im Plugin-Directory von WP sind meist gut, allerdings nicht sonderlich aussagekräftig, da es zu wenige sind.

Joomla!

Für das mächtige CMS Joomla! steht mit Jpub aktuell nur eine Extension zur Verfügung, siehe http://bit.ly/pvzAx8. Auch hier sind die Besprechungen erstklassig, aber nicht sehr zahlreich.

Joomla!Day 2011 in Hamburg

Ach ja, wer Lust hat a) Joomla! und b) denlektor live kennen zu lernen, der komme doch am 2. und 3. September nach Hamburg! Dort findet der Joomla!Day 2011 statt (http://www.joomladay.de/). Zwei Tage lang gibt es erstklassige Vorträge rund um Joomla!, dazu die Gelegenheit mit den wichtigsten Vertretern der deutschen Joomla!-Community direkt zu plaudern. Der Ticketshop ist noch bis zum 15.08.2011 geöffnet.

Tja, und derlektor ist am Stand des Franzis Verlags vertreten und steht Rede und Antwort zu den Büchern und Lernpaketen, für die er dort verantwortlich ist, wie z. B.:

Warum haben so viele Verlage Angst vor Social Media?

Eines ist klar: Auf diese Frage gibt es mehr als nur eine Antwort. Aber eine davon könnte sein, dass die Verlage Angst vor dem direkten Kontakt mit ihren Kunden haben. Weil sie es nicht gewohnt sind. Bequemerweise gibt es den Buchhandel, der sich mit den Kunden herumschlagen muss. Er kriegt die meiste Haue, wenn irgendetwas mit unseren Produkten nicht stimmt, nur selten findet ein besonders hartnäckiger Leser den direkten Weg zum Verlag.

Dieser Puffer ist in Zeiten von facebook und twitter nicht mehr vorhanden und davor haben viele Verleger und Marketingverantwortliche meiner Meinung nach noch Angst und die daraus resultieren Optionen noch nicht verstanden. In einer XING-Gruppe zum Thema digitales Publizieren habe ich heute folgenden Satz gelesen:

“Eines der großen Themen, die uns in den Verlagen ja umtreibt, ist die Frage, wie wir unsere Zielgruppen in den Sozialen Netzwerken erreichen – wohlgemerkt nicht um zu kommunizieren, sondern um Verlagsprodukte zu verkaufen.”

Aus meiner Sicht steckt hier ein entscheidender Denkfehler: Nur wer sich der Zielgruppe stellt und bereit ist, direkt mit ihr zu kommunizieren, kann in Zeiten von Social Media erfolgreich sein. Natürlich geht es hier nicht darum, was es in der Verlagskantine zum Mittagessen gab, sondern um die Kommunikation über die Produkte selbst.

Die Verlage müssen es als Chance begreifen, dass mit den sozialen Medien das erste Mal – jenseits von Lesungen – ein unmittelbarer Kontakt zum Kunden möglich ist. Hier können die Produktverantwortlichen lesen, was die Kunden über das Produkt denken, ob es ihnen gefällt, ob sie es furchtbar finden, ob Fehler gemacht wurden, ob die Werbekommunikation stimmt und dergleichen mehr. Teure Marktforschung ade, hier geht das ganze DIREKT und die Leser tun es FREIWILLIG!

Wenn es die Verlage dies nicht zu nutzen und zu steuern verstehen, dann werden es andere übernehmen. Zum Beispiel die Autoren. Siehe Musikindustrie. Metallica hat mehr als 16 Millionen facebook-Fans, Linkin Park, mehr als 26 Millionen. Nicht das Platten-Label dahinter, nein, die Band! Jede dort veröffentlichte Banalität hat mehr als 1.000 Kommentare. Die Umsätze hinter einer Meldung, dass irgendein neues Lied oder Album jetzt neu zu kaufen ist, kenne ich nicht, aber ich bin sicher, dass sie uns alle erblassen lassen. Und je größer der Online-Anteil dieses Geschäftes wird, desto weniger werden die Plattenlabels dahinter gebraucht. Und damit auch der Handel.

Und auch bei den Büchern geht es los. Paolo Coelho hat mehr als 5 Millionen facebook-Fans, ist da aber noch eher eine Ausnahmeerscheinung. Und genau hier ist die Chance für uns Verlage: Social Media-Marketing muss eines unserer Assets werden, etwas was wir gezielt nutzen, um unsere besten Titel, unsere besten Autoren zu pushen und dem Leservolk aufs Maul zu schauen und ihm zeigen, dass wir ihre Meinung ernst nehmen.

So werden wir als Verlagsleute zwar auf einmal greifbar, aber gleichzeitig auch glaubwürdig. Und Glaubwürdigkeit und das resultierende Vertrauen – davon bin ich fest überzeugt – sind in der heutigen Zeit absolute Erfolgs-Schlüsselfaktoren geworden. Outen wir uns also als die Menschen, die aus den Manuskripten der Autoren die geilen Bücher machen, die da draußen in den Läden stehen. Wir müssen uns nicht verstecken, ganz im Gegenteil! Und wenn wir diesen Schritt wagen, dann können wir damit auch Geld verdienen.

Zeitfresser Social Web

Haben Sie vor lauter Web 2.0-Aktivitäten auch keine Zeit mehr, um Ihre Freunde zu treffen? Nein, nicht im Chat, sondern im Real Life, sprich Kneipe, Kino oder daheim beim Spieleabend? Der ernsthafte Social Webber ist jeden Tag schwer im Stress:

  • 4-5 Tweets auf twitter sind Pflicht, um die Follower nicht zu enttäuschen. Vom Lesen hunderter Tweets, diversen Retweets, Polls und DMs ganz zu schweigen.
  • Auch facebook will mit 1-3 Einträgen oder Fotos pro Tage gefüttert sein, sonst glauben die FreundInnen noch, man sei inaktiv. Außerdem dürfen Kommentare bei den Einträgen der anderen facebooker nicht fehlen, man will ja nicht ignorant erscheinen.
  • Als stolzer Kamerabesitzer muss auch flickr mit frischem Bildmaterial versorgt werden. Und wer dort seine Bilder pushen will, muss sich um Gruppenmitgliedschaften kümmern und brav andere Bilder kommentieren, um selbst Kommentare und Verlinkungen zu bekommen. Kleiner Tipp: Wer keine Zeit mehr hat, um neue Bilder zu schießen, sollte das Bildmaterial vom letzten Urlaub schön aufteilen, damit es bis zum nächsten reicht…
  • Die Word of Warcraft-Kumpels planen am Wochenende einen Raid und brauchen meinen Level 85-Paladin als Heal. Da kann ich nicht nein sagen, immerhin bin ich der Gildenmeister.
  • Bei xing dürfen 3-4 neue Kontakte pro Woche nicht fehlen, sonst rutscht der Aktivitätsindex noch unter 100% – für einen erfolgreichen Programmleiter völlig inakzeptabel. Also ist mal wieder Grübeln angesagt, wer sich von den Autoren, (Ex-)Kollegen, Kommilitonen, Kameraden und Schulkameraden da ebenfalls rumtreiben könnte.
  • Der eigene Blog verlangt nach neuen geistigen Ergüssen – einmal pro Woche sollte schon sein. Als gesellschaftskritischer Verlagsmensch sollte man ja eigentlich immer eine spannende Geschichte auf Lager haben.

Mein persönlicher Verlierer ist im Moment der Blog. Da die Texte im Vergleich zu den anderen am längsten sind, ist die Frequenz auf ca. einmal im Monat gesunken. derlektor gelobt Besserung. Aber wo nehme ich bloß die Zeit her?