Eine kleine Office-Satire

Ich hab ja grad Zeit. Warum? Weil mein Office 2010 gerade „repariert“ wird. Und das dauert. Also erzähle ich meine ganz persönliche Jahreseinstands-Bürosatire aus dem echten Leben:

Es begann Ende Dezember mit einer Ordre de Mufti „Sie bekommen jetzt Office 2010, da gibts ein neues Planungstool.“ Fein, wird das alte Office XP mal abgelöst – auch wenn die Planung erst im Herbst ansteht.

Dann die Ansage der IT-Abteilung: „Sie können das mit dem Installieren ja selbst, starten Sie einfach im Verzeichnis XY die eine Batch-Datei da.“ War das jetzt Faulheit oder Vertrauen? Egal, so habe ich die Entscheidung, wann das Ganze bei mir reinpasst, auch gut. Also los, vor der Mittagspause die Installation starten, läuft alles wunderbar, nach einer halben Stunde läuft alles.

Naja, fast alles. Diverse bislang 1-seitige Excel-Ausdrucke werden nun in 20 Seiten zerhäckselt. Aber nur auf dem Schwarz-weiß-Drucker, der Farblaser macht alles wie gehabt. Die IT-Abteilung ist ratlos, selbst der mörderfitte Abteilungs-Student gibt nach einer Stunde Ursacehnforschung auf. Ich wittere ein Komplott der Farbtoner-Produzenten.

10 Tage später: Jedes Office-Programm meldet sich beim Start mit der Meldung „Ihre Office-Version ist nicht aktiviert. Sie können Outlook/Word/Excel nur noch 3 Tage nutzen“. Der Countdown läuft. Auf einmal überkommen mich Ängste – will man mich loswerden? Schnell die anderen Planungs-betroffenene Kollegen fragen! Dann erleichtertes Aufatmen, denen geht’s genauso. Also eine Mail an die IT-Abteilung geschrieben – in der Hoffnung die Antwort noch rechtzeitig zu erhalten, bevor sich Outlook nicht mehr starten lässt.

Und tatsächlich, rechtzeitig kommt eine Mail! „Den Aktivierungs-Key finden Sie unter XY.“ Prima. Klicken wir doch gleich mal in Outlook auf „Productkey ändern.“ Pause. Fingertrommeln auf dem Tisch. Keine Antwort. Na gut. Man gibt ja nicht auf, also wo zur Hölle gibt man diesen Code manuell ein? 5 Minuten später kenne ich jedes Outlook-Menü, das Gesuchte war nicht dabei. Also starte ich die Programmhilfe und suche. Und was lerne ich dabei? Seitdem MS die Suchmaschine Bing sein Eigen nennt, landet jede Hilfesuche nicht nur in den Hilfedateien des Programms, sondern vor allem im Internet. Auf irgendwelchen Office-Tippseiten. Was sich bei der Suche nach einer Excelfunktion noch als Katastrophe herausstellte, funktioniert hier zum Glück ganz gut.

Also: Systemsteuerung aufrufen, „Software“ anklicken, Office 2010 auswählen und auf den „Ändern“-Button klicken. Productkey eingeben und jetzt ist alles gut. Wie üblich rödelt die Festplatte noch eine Weile und wie üblich verlangt Windows einen Neustart. Einen Kaffee später starten Excel, Word und PowerPoint problemlos. Aber wo zur Hölle ist mein Outlook? Weg! Getilgt! Keine outlook.exe mehr auf dem Rechner. Trotz des richtigen Productkeys!

Ratloses Schulterzucken in der IT. „Hm, probieren Sie mal die Reparaturfunktion von Office. Sie finden Sie unter Systemsteuerung – Software…“ “ Ja, ich WEISS!“ Tja, und jetzt ist sie gerade fertig geworden, die Reparaturfunktion. Und Windows verlangt einen Neustart. Dann schau mer mal, was jetzt passiert, sobald Windows neu startet. Ich hol mir derweil mal nen Kaffee…